Foto: Geothermie Sauerlach Quelle: Stux

Der Gautinger Gemeinderat hat diese Woche die Verwaltung beauftragt weiterführende Abklärungen zur Umsetzbarkeit von Geothermie in der Gemeinde vorzunehmen. Die Geothermie spielt im Energieszenario für die Region eine wichtige Rolle beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Nutzung von Geothermie wäre ein bedeutender Schritt der Gemeinde Gauting in Richtung Klimaneutralität. Mit einer Wärmeversorgung durch Geothermie würde die Energiewende im Landkreis Starnberg einen bedeutenden Entwicklungsschritt in die Richtung der im Jahr 2005 selbstgesteckten Ziele machen, heißt in der Beschlussvorlage, die diese Woche verabschiedet wurde.

Die tiefen Geothermie umfasst neben dem schnellstmöglichen Weg hin zu einer umfassenden, sicheren und auch bezahlbaren Energieerzeugung von Wärme aus erneuerbaren Energien schließlich auch das überaus wichtige Handlungsfeld der Klimaneutralität. Sowohl aus ökologischer als ökonomischer Sicht ist die effizientere und damit intelligentere Nutzung knapper Rohstoffe und Energieträger unverzichtbar.

Das Potenzial, heißes Wasser aus der Tiefe zu fördern, sei in dem Gebiet sicher vorhanden, erläutert Jan Haas, Projektleiter für Fernwärme bei den Gemeindewerken bereits im Februar dieses Jahrs.

„Wir verfolgen und gestalten die Energiewende ambitioniert und konsequent, weil wir darin große Chancen für die Umwelt und den Klimaschutz aber auch für die Wirtschaft im Landkreis Starnberg sehen. Unser asto Campus setzt schon heute moderne Umwelt- und Energietechniken, wie bspw. BHKW, ein. Mit der tiefen Geothermie wollen wir grundlastfähige Energie aus der Erde nutzen. Generell würde eine Klimaneutralität die Region stärken und somit auch die Wirtschaft sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen.“ stellt asto Geschäftsführer Dr. Bernd Schulte-Middelich in den Vordergrund.

Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der beigefügten Presse (Auszug):

Heißes Wasser aus der Tiefe soll einmal Wärme in Wohnhäuser und Betriebe in Teilen von Gauting und Gilching bringen. Seit Jahren bereitet ein Konsortium unter der Federführung der Asto-Gruppe von Bernd Schulte-Middelich die Geothermie-Versorgung vor. […] “Wir wollen loslegen. Wir sind startklar”, sagte Asto-Chef Schulte-Middelich in der Sitzung. […] Heuer noch soll mit potenziellen Abnehmern für die Wärme verhandelt werden, im nächsten Jahr will der Asto-Chef den Antrag für eine Bohrung im Unterbrunner Holz stellen. […] Der Gautinger Wirtschaftsförderer Fabian Kühnel-Widmann sprach von einem “Leuchtturmprojekt” für die Gemeinde, von einer “einmaligen Chance”.

Quelle SZ online vom 18.06.2020

Etwa 100 Grad heißes Wasser in einer Tiefe von „zwei bis drei Kilometern“, werde über einen Wärme-Tauscher in die Versorgungsnetze geleitet, erläuterte Bernd Schulte-Middelich die Grundzüge der Technik. Der Claim, also die Bohrerlaubnis, am Ostrand des Sonderflughafens Oberpfaffenhofens biete die ideale Voraussetzung für einen Bohrplatz. „Wir erwarten 14 Megawatt Leistung“, so der Geschäftsführer des Asto-Eco-Park. 30 000 Tonnen CO² im Jahr würden so eingespart. […] Die Gemeindewerke im benachbarten Gilching zeigten großes Interesse, Teile der Fernwärme abzunehmen. […] Der geplante Gautinger Asto-Eco-Park im Unterbrunner Holz wäre einer, meinte Geschäftsführer Schulte-Middelich. Ebenso der Handwerkerhof an der Ammerseestraße, die Asklepiosklinik, das geplante Gewerbegebiet Gautinger Feld vor Unterbrunn, aber auch das Gautinger AOA-Neubaugebiet zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße. Die Realisierung des Asto-Eco-Parks sei aber „kein Muss“ für das interkommunale Geothermie-Projekt, betonte Schulte-Middelich.

Quelle Merkur vom 18.06.2020